© Dr. Irmtraut Heitmeier
Unterwegs im Mittelalter
Reisen und Verkehr in „dunklen Zeiten“?Dass die Römer ihr Weltreich mit Hilfe eines gut ausgebauten Fernstraßennetzes beherrschten, lernt man in der Schule. Dass diese Straßen im Mittelalter untergingen, Wege und Brücken verfielen und das Reisen äußerst mühsam wurde, gehört zum gängigen Klischee. Aber war das wirklich so?
Allein bei näherer Betrachtung Südbayerns und des mittleren Alpenraums finden sich frühmittelalterliche Straßenbefunde, die technisch den römischen nicht nachstehen; ein Bischof von Freising konnte mitten im Winter eine Alpenreise unternehmen: er fand offenbar nicht nur Unterkunft, sondern auch geräumte Wege. Und anlässlich eines Reliquientransports von Rom ins Frankenreich erfahren wir, dass man Reisestationen sogar vorausbuchen konnte – fast wie heute. Wie funktionierte das in einer Zeit ohne Telekommunikation und Straßenbauämter?
Anhand verschiedener Beispiele möchte der Vortrag zeigen, dass Reisen und Transportverkehr im Früh- und Hochmittelalter nicht nur zur Alltagsrealität gehörten, sondern auch möglich waren, weil es eine gut organisierte Infrastruktur für Nah- und Fernverkehr gab. Diese Organisation funktionierte allerdings ganz anders als in Zeiten, in denen sich der „Staat“ darum kümmerte, sei es der römische oder der moderne. Ihre Relikte gilt es aufzuspüren.
| 1 Abend, 19.02.2027 Freitag, 19:30 - 21:00 Uhr | |||
1 Termin(e)
| |||
Dr. Irmtraut Heitmeier - Historikerin | |||
| 101.004TAk | |||
| Abendkasse 12,00 € |
